Die schwarze Labradorhündin „Bella“ ist der erklärte Liebling aller kleinen und großen Menschen der Hemsbergschule. Den Schultag verbringt Schulhündin Bella meistens zusammen mit ihrem Frauchen, Lehrerin Gabi Thon, in der „Emil und Bella“-Klasse 4c. Hier hat sie ihr Körbchen und 21 kleine Händepaare, die ihr nur zu gerne Streicheleinheiten zukommen lassen und die die Nähe der tierischen Lernbegleiterin und Freundin sehr zu schätzen wissen. Allergien gegen Tierhaare oder Kinder, die große Angst vor Hunden haben, gibt es in der Klasse 4c glücklicherweise nicht, das wurde mit den Eltern abgeklärt, bevor Gabi Thon ihren Hund zum ersten Mal mit in die Schule brachte.

Um für ihre Arbeit in der Hemsbergschule gut vorbereitet zu sein, besuchte Bella schon als Welpe die Hundeschule Thierolf in Höchst im Odenwald und absolvierte nach der Grundausbildung eine 2jährige Ausbildung, nach der sie sich nun ganz offiziell „Schulhund“ nennen darf.
Im Training wurde Bella auf mögliche Situationen in ihrem Einsatzbereich Schule vorbereitet. Dazu gehörten beispielsweise ungewöhnliche Geräusche, Begegnungen mit Personen, die starke Emotionen oder ungewöhnliche Bewegungen zeigten oder auch die Gewöhnung an Hilfsmittel wie Rollstühle. Abgeschlossen wurde die Ausbildung mit einer praktischen Prüfung in den Bereichen Therapiebegleitung, Sozialbetreuung und pädagogischer Begleitung sowie einem Wesenstest.

Im Rahmen von Projekten besuchen Bella und Frau Thon auch die anderen Klassen der Hemsbergschule. Vorher werden mit den Kindern die „Bella-Regeln“ erarbeitet. So wissen die Kinder, wie sie sich im Umgang mit der Hündin verhalten müssen, damit es Mensch und Tier gut geht.

Die tiergestützte Pädagogik bietet vielfältige Lernchancen für Kinder im sozial-emotionalen Bereich. Schulhunde tragen wesentlich zu einer ruhigen und positiven Lernatmosphäre bei.
Für Hunde zählt es nicht, ob ein Kind ärmer oder reicher ist, welche Nationalität es hat oder ob es gute oder schlechte Noten schreibt. Hunde spüren vielmehr die Individualität jedes Kindes und nehmen es so an, wie es ist. Dabei reagieren die Tiere unmittelbar und ehrlich. Behandelt man sie grob und unsanft, werden sie zurückweichen und sich abwenden. Gibt man ihnen hingegen zu verstehen, dass man ihre Bedürfnisse achtet und ihnen ein zuverlässiger Partner ist, werden sie sich dem Kind zuwenden und durch Schwanzwedeln oder andere Zeichen deutlich ihre Zuneigung zeigen.
Das Arbeiten mit einem Schulhund hilft Schülern, Rücksichtnahme und soziale Sensibilität zu erlernen. Die Erfahrung, von dem Hund gemocht, gebraucht und akzeptiert zu werden, stärkt das Selbstbewusstsein, vor allem der ängstlichen Kinder.